Der heutige Handelstag steht ganz im Fokus der Aufarbeitung wichtiger Wirtschaftsnachrichten aus den USA. Die US-Notenbank hat getagt und Quartalszahlen von Microsoft, Meta und Tesla wurden veröffentlicht. Wie erwartet brachte die Fed-Entscheidung keine Zinssenkung. Doch die anschließende Pressekonferenz von Fed-Chef Jerome Powell war aufschlussreich.

 

Fed bleibt datenabhängig – Zinssenkungen frühestens im Sommer

 

Powell machte erneut deutlich, dass die US-Notenbank weiterhin strikt datenabhängig agiert. Die US-Wirtschaft wächst stabil, der Arbeitsmarkt zeigt sich widerstandsfähig und liefert aktuell keinen Anlass für geldpolitische Eingriffe. Solange sich daran nichts ändert, besteht aus Sicht der Fed kein unmittelbarer Handlungsdruck. Zinssenkungen bleiben damit ein Thema für den Sommer – vorausgesetzt, entweder die Inflation geht deutlicher zurück oder der Arbeitsmarkt zeigt klare Schwächesignale.

 

Zölle und geopolitische Faktoren sieht die Fed weiterhin als temporäre preistreibende Effekte, die langfristig keinen strukturellen Inflationsschub auslösen dürften. Insgesamt bestätigte die Pressekonferenz das bekannte Bild: kein akutes Risiko, aber auch keine schnelle geldpolitische Lockerung.

 

EUR/USD: Korrektur innerhalb eines intakten Aufwärtstrends

 

Im Devisenmarkt reagierte der Euro gegenüber dem US-Dollar mit einer deutlichen Tageskerze in die Chartunterseite. Charttechnisch handelt es sich bislang jedoch lediglich um eine Korrektur innerhalb eines weiterhin intakten Aufwärtstrends. Der Ausbruch über die Zone um 1,2070 wurde zuvor bestätigt, der aktuelle Rücklauf ist als Retest dieses Niveaus zu werten.

 

Für trendfolgende Trader bleibt die Long-Seite im Fokus. Kurzfristig ist jedoch eine Ausdehnung der Korrektur möglich. Erst unterhalb von 1,1895 würde sich im Vier-Stunden-Chart ein neuer Abwärtstrend etablieren. Solange dieses Niveau hält, bleibt das übergeordnete bullische Szenario intakt.

 

Der US-Dollar-Index konnte sich parallel leicht stabilisieren. Entscheidend wird sein, ob der Dollar wichtige Widerstandsbereiche zurückerobert – dies hätte direkte Auswirkungen auf EUR/USD sowie auf Gold und Silber.

 

Edelmetalle profitieren vom schwächeren Dollar

 

Gold und Silber zeigen sich weiterhin konstruktiv. Besonders Silber konnte sich nach einem starken Abverkauf dynamisch erholen – ein klassisches Signal, das häufig den Übergang in eine neue Aufwärtsphase markiert. Hohe Volumina an markanten Tageskerzen deuten darauf hin, dass institutionelle Käufer aktiv sind.

 

Trotz der positiven Struktur bleibt Vorsicht angebracht: Nach stark beschleunigten Bewegungen kommt es regelmäßig zu Gewinnmitnahmen. Strategisches Positionsmanagement, Teilgewinnsicherung und konsequentes Stopp-Management bleiben daher entscheidend.

 

Microsoft: Gute Zahlen, aber hohe Erwartungen belasten die Aktie

 

Microsoft lieferte operativ starke Zahlen. Der Gewinn pro Aktie lag mit 4,14 US-Dollar klar über den Erwartungen, auch der Umsatz übertraf den Konsens. Dennoch reagierte die Aktie nachbörslich deutlich negativ. Der Grund: extrem hohe Erwartungen.

 

Das Wachstum im Cloud-Geschäft lag minimal unter den Prognosen, während die Investitionsausgaben (Capex) deutlich höher ausfielen als erwartet. Zudem enttäuschte der Margenausblick leicht. In Summe reichte das aus, um nach einer starken Vorab-Rally Gewinnmitnahmen auszulösen. Charttechnisch bleibt Microsoft unter dem 200-Tage-Durchschnitt und in einer übergeordneten Abwärtsstruktur.

 

Meta: Starke Earnings, aber Reality Labs bleibt Belastungsfaktor

 

Meta überzeugte sowohl beim Gewinn als auch beim Umsatz. Dennoch reagierte die Aktie nachbörslich kaum. Belastend bleibt vor allem der Bereich Reality Labs, der erneut hohe Verluste verursachte und sich seit 2020 auf rund 80 Milliarden US-Dollar summiert hat.

 

Charttechnisch befindet sich Meta in einer engen Seitwärtsrange nahe wichtiger Widerstände. Ein Ausbruch nach oben wäre ein starkes bullisches Signal, während ein Bruch nach unten eine Ausweitung der Korrektur zur Folge hätte.

 

Tesla: Solide Zahlen, Fokus auf Zukunftsthemen

 

Tesla konnte die Gewinnerwartungen ebenfalls übertreffen und zeigte eine leichte positive Kursreaktion. Trotz rückläufigem Jahresumsatz bleibt die Story rund um Robotaxis, Optimus-Roboter und Energiespeicher ein zentraler Wachstumstreiber. Charttechnisch befindet sich die Aktie in einer Umkehrphase. Ein Ausbruch über den Bereich um 452 US-Dollar wäre ein wichtiges Signal für eine nachhaltige Trendwende.  

Tickmill’s tägliche Tradingideen – Live-Besprechung

Diese Themen standen heute in der Live-Besprechung um 8:30 Uhr auf der Agenda:

·         00:00 Heute auf der Agenda

·         01:01 Wichtige Nachrichten für den Handelstag

·         03:43 Fed-Event - Wichtige Details

·         06:17 EURUSD - Reaktion auf Fed-Event

·         10:57 US-Dollar-Index - Reaktion auf Fed-Event

·         12:19 Gold & Silber: Update nach dem Fed-Event

·         15:27 Microsoft - Quartalszahlen und Marktreaktion

·         20:12 Meta - Quartalszahlen und Marktreaktion

·         24:33 Tesla - Quartalszahlen und Marktreaktion

·         29:52 Halliburton – Zuschauerfrage

 

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Erfolgreiches Trading wünscht Ihnen

Ihr Mike Seidl